Brotdose gefüllt mit Pausenbrot und Obst

Qualitätsverständnis des NQZ

Quelle: Fotolia Africa Studio

Essen und Trinken in Kita und Schule kann und sollte dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche ihre geistigen, körperlichen und sozialen Potentiale zur Entfaltung bringen können und in Gesundheit und Wohlbefinden aufwachsen. Das Lernen rund um Essen und Trinken und über Zusammenhänge der Ernährung ist ein weiterer Baustein, der es jungen Menschen ermöglicht, dass sie im weiteren Leben auf Kompetenzen und Ressourcen zurückgreifen können, die ihnen Sicherheit in der Gestaltung ihres Essalltags geben und sie zu nachhaltigen Ernährungspraktiken befähigen.

Die Qualität des Essens und Trinkens ist einerseits am Produkt festzumachen, andererseits leisten die Erfahrungen beim Essen und Trinken im Rahmen des Kita- bzw. Schulalltags einen wichtigen Beitrag zur Ergebnisqualität. Diese wird von den jungen Menschen wahrgenommen und fließt in die subjektive Beurteilung durch die Zielgruppe und anderer Beteiligter (z. B. Eltern) ein.

Produkt und Erfahrung

Um eine gute Ergebnisqualität zu gewährleisten, ist die Produktqualität von entscheidender Bedeutung. Das „was auf den Teller kommt“ sollte einen hohen ernährungsphysiologischen Wert aufweisen und die Zustimmung der Zielgruppe finden. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, ist die verbindliche Anwendung der Empfehlungen der DGE-Qualitätsstandards für die Lebenswelten Kita und Schule in der Gemeinschaftsverpflegung ein erklärtes Ziel des Nationalen Qualitätszentrums für Ernährung in Kita und Schule.  

Prozesse und Strukturen

Die Ergebnisqualität „Essen und Trinken in Kita und Schule“ steht in Abhängigkeit und Wechselwirkung mit Prozessen und Rahmenbedingungen (Prozess- und Strukturqualität), die direkt oder indirekt Einfluss nehmen auf die Gestaltung des Ergebnisses. Hier sind neben den Akteuren im Setting weitere Handlungsebenen wie Träger und Verantwortliche in Gesetzgebung und Politik involviert.

Schnittstellenmanagement in der Gemeinschaftsverpflegung für Kinder
Kommunikation zwischen allen Beteiligten koordinieren

An der Entwicklung und Sicherung von Qualität auf allen Ebenen der Gemeinschaftsverpflegung sind verschiedene Personengruppen mit unterschiedlichen Verantwortungsbereichen und Interessen beteiligt. Damit Prozesse erfolgreich gemeinsam gestaltet werden können, ist ein offener und organisierter Austausch zwischen allen Akteuren eine grundlegende Voraussetzung. Ein gutes Schnittstellenmanagement sorgt dafür, dass die Kommunikation in alle Richtungen gelingt und somit alle Beteiligten mit einbezogen werden.

Partizipation und Austausch fördern

Bei Fragen rund um die Verpflegung sollen und wollen die verschiedenen Interessensgruppen berücksichtigt werden, damit das Angebot von allen akzeptiert wird. Daher ist es wesentlich, dass alle Beteiligten ein Mitspracherecht haben und bei wichtigen Entscheidungen mitbestimmen können. Möglichkeiten für Partizipation gibt es viele: Von der Elterninformation oder der Schülerbefragung über Aktionen, Veranstaltungen und Projekte bis zur aktiven Mitgestaltung der Mahlzeiten. Von großer Bedeutung ist auch der regelmäßige Austausch der Einrichtung mit dem Caterer und mit dem Träger, um auf besondere Situationen oder Bedürfnisse partnerschaftlich und flexibel reagieren zu können. Eine ideale Maßnahme, um Mitwirkung zu fördern und Qualität gemeinsam mit allen Akteuren zu entwickeln und zu sichern, ist die Gründung eines Verpflegungsausschusses, zusammengesetzt aus Personen der verschiedenen Verantwortungs- und Interessenbereiche, wie Leitung, Pädagogen, Kinder, Eltern sowie Vertreter des Trägers und des Verpflegungsanbieters. Hier gilt es, jeweilige Aufgaben und Verantwortlichkeiten klar zu definieren und Prozesse transparent nach innen und außen zu kommunizieren. Ob mit oder ohne Verpflegungsausschuss, in jedem Falle sollte eine Person offiziell benannt werden, die die Kommunikation aus allen Bereichen bündelt und koordiniert: der Schnittstellenmanager, häufig auch Verpflegungsbeauftragter genannt.

Aufgaben des Schnittstellenmanagers

Der Schnittstellenmanager kann ein Mitarbeiter der Einrichtung oder des Trägers sein, eine externe Person wie eine Ernährungsfachkraft oder zeitweise ein Mitarbeiter aus einer Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung. Seine zentrale Aufgabe ist die Steuerung der Kommunikation zwischen allen Beteiligten – sprichwörtlich an der Schnittstelle. Der Schnittstellenmanager kann überprüfbare Kriterien für die interne Qualitätssicherung festlegen sowie Veränderungen anstoßen und begleiten, zum Beispiel auf Basis von Standards für den Prozess der Qualitätsentwicklung. Er dokumentiert Absprachen, Ziele und Prozesse und überprüft diese fortlaufend. Dabei steht der Schnittstellenmanager mit allen Personen im Austausch, die für die Verpflegung in der Einrichtung eine Rolle spielen, von den Kindern und Pädagogen über die Eltern und andere externe Personen bis zu den Verpflegungsanbietern und den Trägern. Er schafft Feedbackmöglichkeiten und kommuniziert Probleme oder Beschwerden an die Zuständigen. Genauso informiert er, wenn Verbesserungen aufgrund von Kritik angestoßen und umgesetzt wurden. Ein gutes Schnittstellenmanagement trägt maßgeblich dazu bei, alle Beteiligten einzubeziehen und ist daher ein wesentlicher Faktor für das Gelingen und die Akzeptanz der Verpflegung.

Unterstützung durch das NQZ

Für eine gemeinsame Qualitätsentwicklung von Kita- und Schulverpflegung ist es notwendig, Übergänge an Schnittstellen zu gestalten und Bündnisse zu bilden, sowohl auf regionaler Ebene, in den Einrichtungen selbst, als auch auf Bundesebene. Das Nationale Qualitätszentrum für Ernährung in Kita und Schule (NQZ) möchte die Beteiligten und Partner in allen Dimensionen der Handlungsfelder in einen konstruktiven Austausch bringen, und agiert hierbei an verschiedenen Schnittstellen, sowohl in Richtung Verwaltung und Politik auf Bundes- und Länderebene, als auch in Richtung Wirtschaft und Wissenschaft. Das NQZ bringt seine Expertise in verschiedene Gremien und Arbeitsfelder ein und fördert so den Informations- und Wissenstransfer auf Bundesebene. Als Partner für alle Beteiligten in der Gemeinschaftsverpflegung, als Koordinator, Unterstützer und Impulsgeber möchte das NQZ es allen Akteuren ermöglichen, sich dem angestrebten Qualitätsentwicklungsprozess anzuschließen und ihn mitzugestalten. Eine wichtige Schnittstelle sind dabei auch die Vernetzungsstellen Kita- und Schulverpflegung, die die regionalen Handlungsbedarfe besonders gut kennen und schon seit Jahren mit den Akteuren vor Ort zusammenarbeiten.

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