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Zahlen & Fakten

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Ganztags die Schule zu besuchen, ist für viele Kinder und Jugendliche mittlerweile die Regel. Auf Beschluss der Kultusministerkonferenz hat jede Ganztagsschule die Pflicht, den Kindern und Jugendlichen ein Mittagessen anzubieten. Viele Schulen stehen damit erstmals vor der Aufgabe, eine schmackhafte und bedarfsgerechte Verpflegung für die Schüler zu organisieren.

Verpflegung in deutschen Schulen

Anzahl Schulen, Ganztagsschulen und SchülerInnen

In Deutschland gibt es aktuell rund 33.600 allgemeinbildende Schulen mit 8,4 Millionen Schülern (1). Laut den offiziellen Statistiken der Kultusministerkonferenz (KMK) gab es im Jahr 2015 insgesamt rund 17.800 Verwaltungseinheiten mit Ganztagsbetrieb mit über 2,8 Millionen Schülern. Dies sind knapp 40 % aller Schüler und Schülerinnen in Deutschland. Die Verteilung der Ganztagsschulen in den östlichen und westlichen Bundesländern ist dabei noch sehr unterschiedlich: So liegt der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die im Jahr 2015 ein Ganztagsangebot wahrnahmen, in Sachsen bei 78 %, in Thüringen bei 52 %, in Rheinland-Pfalz dagegen nur bei 27 % (3).

Angebot und Nutzung des Mittagessens in der Schule

Laut der bundesweiten Erhebung „Qualität in der Schulverpflegung“ (4) bieten noch nicht alle Ganztagsschulen eine Mittagsverpflegung an: Insgesamt bieten 79,4 % der Schulen in Deutschland ein Mittagessen an, ohne Bayern und Saarland sind es 94,4 %.

Die Teilnahme am Mittagessen ist sehr unterschiedlich: Sie schwankt an den einzelnen Schulen in den Ländern und liegt im Mittel bei 50 % im Primarbereich und 30 % im Sekundarbereich. Aus den Antworten der Schüler, die nicht in der Mensa essen, kann geschlossen werden, dass Geschmack und Qualität eine wichtige Rolle für ihre Entscheidung spielen. Bei vielen Kindern hat außerdem das Mittagessen zu Hause höhere Priorität. In der Sekundarstufe stehen zudem außerschulische Angebote in Konkurrenz mit dem Verpflegungsangebot der Schule. In der Sekundarstufe II sind es lediglich 9,1 % der Schüler, die für die Mittagsmahlzeit auf dem Schulgelände bleiben (4).

Kosten für ein hochwertiges Mittagessen

Der durchschnittliche Verkaufspreis für das Mittagessen schwankt in Grundschulen zwischen 1,50 Euro und 3,27 Euro, in weiterführenden Schulen zwischen 1,50 Euro und 3,68 Euro. Im Durchschnitt kostet das Essen in 2,83 Euro in Grundschulen und 3,05 Euro in weiterführenden Schulen. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen Ost und West. Die Preise wurden zum Teil inklusive der Zuschüsse von den Kommunen genannt. Ob der Schulträger Zuschüsse zum Mittagessen zahlt, wird in den einzelnen Kommunen und Landkreisen sehr unterschiedlich gehandhabt und schwankt zwischen 0,50 und 2,50 Euro. Außer in den Stadtstaaten ist es nicht generell üblich. An den Ausgaben des Verpflegungsanbieters beteiligen sich die meisten Schulträger, indem sie Betriebs- und Reinigungskosten zahlen und die Ausstattung der Speiseräume und der Küche übernehmen. 55,7 % der befragten Schulträger finanzieren auch das Ausgabepersonal. Die Wahl des Verpflegungssystems hat nur wenig Einfluss auf die Kosten des Mittagessens (4).

Bewirtschaftungsform und Verpflegungssysteme in der Schule

Welche Bewirtschaftungsform gewählt wird, ist abhängig von der Wahl des Anbieters und von der Ausstattung der Schule. In Schulen überwiegt mit knapp 90 % die Fremdbewirtschaftung (reine Fremdbewirtschaftung und kombinierte Fremd- und Eigenbewirtschaftung zusammen). Die Hälfte der Befragten wird von einer Ausgabe- oder Verteilerküche unterstützt. In den meisten Schulen (60 %) wird das Mittagessen warm angeliefert (4).

Angebot und Nutzung der Zwischenverpflegung in der Schule

In allen Bundesländern wird eine Zwischenverpflegung angeboten, entweder durch Kiosk, Cafeteria oder Snackautomat. 58 % der befragten Grundschüler und 80 % der Schüler an weiterführenden Schulen nutzen dieses Angebot, bei dem die Vielfalt der Speisen sehr hoch ist. Auch Getränke können in den meisten Schulen gekauft werden (63,1 %). Wasserspender sind in 23,2 % der Schulen vorhanden, Trinkbrunnen in 9,9 %. Der Großteil der Schüler bringt die Getränke von zu Hause mit (4).

Während die Rahmenbedingungen der Mittagsverpflegung enge Grenzen setzen, kann die Zwischenverpflegung von den Schulen frei gestaltet werden. Ein Schulkiosk oder eine Cafeteria, die gleichzeitig ein ausgewogenes und attraktives Angebot an Speisen und Getränken bieten, können eine gute Ergänzung zum Mittagsangebot sein.

Quellen

(1) Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Schulen auf einen Blick - Broschüre mit ausgewählten Schuldaten (2016)

(2) Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Schnellmeldeergebnisse zu Schülerinnen und Schülern in allgemeinbildenden und beruflichen Schulen – vorläufige Ergebnisse (2017)

(3) Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland: Datensammlung Allgemeinbildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland 2011 – 2015

(4) Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Hrsg.): Qualität in der Schulverpflegung – Bundesweite Erhebung, Abschlussbericht (2015)

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