Kinder beim Mittagessen in der Schulmensa
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Bürgerrat empfiehlt kostenlose und gesunde Kita- und Schulmahlzeiten

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Der Bürgerrat „Ernährung im Wandel“ hat neun Empfehlungen zur Verbesserung der Ernährungspolitik vorgelegt. Kostenlose und gesunde Kita- und Schulmahlzeiten stehen auf der Empfehlungsliste ganz oben.

In einem abgestimmten Verfahren hat der erste offiziell vom Bundestag eingesetzte Bürgerrat Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungspolitik erarbeitet und priorisiert. An erster Stelle der am höchsten priorisierten Maßnahmen steht ein kostenfreies und gesundes Mittagessen in Kitas und Schulen als zentraler Schlüssel für Bildungschancen und Gesundheit. Mit einer weiteren Empfehlung stellt der Bürgerrat insbesondere die Gemeinschaftsverpflegung in den Mittelpunkt: Auch in Krankenhäusern, Senioren- oder Pflegeeinrichtungen soll der Zugang zu gesunder und ausgewogener Ernährung sichergestellt werden.

Für den Bürgerrat Ernährung des Bundestags wurden 160 Teilnehmende ausgelost, um die gesamte Gesellschaft abzubilden. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) war bei der Zusammensetzung des Gremiums und dessen Arbeit nicht eingebunden.

Die Empfehlungen des Bürgerrates im Überblick:

  1. Kostenfreies Mittagessen für alle Kinder: Bundesweit soll an allen Kindergärten und Schulen kostenfreies und gesundes Mittagessen angeboten werden.
  2. Bewusstes Einkaufen leicht gemacht durch ein verpflichtendes staatliches Label: Das wissenschaftlich fundierte Label soll die Bereiche Klima, Tierwohl und Gesundheit einzeln berücksichtigen.
  3. Verpflichtende Weitergabe von genießbaren Lebensmitteln durch den Lebensmitteleinzelhandel: Ab einer bestimmten Größe soll der Lebensmitteleinzelhandel verpflichtet werden, noch genießbare Lebensmittel, die sonst weggeworfen würden, an gemeinnützige Organisationen weiterzugeben.
  4. Lebensbedingungen und Herkunft von Tieren transparent darstellen: Ein verpflichtendes und staatlich kontrolliertes Tierwohllabel soll den gesamten Lebenszyklus von Nutztieren abbilden.
  5. Neuer Steuerkurs für Lebensmittel: Die Definition von Grundnahrungsmitteln soll überarbeitet werden. Unter anderem sollen pflanzliche Milchersatzprodukte oder Fleischersatzprodukte künftig als Grundnahrungsmittel gelten, Zucker hingegen nicht mehr. Auf bestimmte Lebensmittel wie etwa Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkorngetreide sowie Mineral- und Tafelwasser soll keine Mehrwertsteuer mehr erhoben werden.
  6. Gemeinschaftsverpflegung in Pflegeeinrichtungen: In Krankenhäusern, Reha-, Senioren- und anderen Pflegeeinrichtungen soll der Zugang zu gesunder und ausgewogener Ernährung sichergestellt werden.
  7. Verbrauchsabgabe zur Förderung des Tierwohls: Mit einer zweckgebundenen Verbrauchsabgabe auf tierische Produkte soll der Umbau der Tierhaltung hin zu einer artgerechten Nutztierhaltung finanziert werden.
  8. Altersgrenze für Energydrinks: Für den Kauf von Energydrinks und ähnliche Produkte soll ein Mindestalter von 16 Jahren eingeführt werden.
  9. Mehr Personal für Lebensmittelkontrollen und bessere Transparenz: Zugangshürden für den Beruf der Lebensmittelkontrolleure sollen gesenkt werden. Kontrollergebnisse sollen der Öffentlichkeit auf einfache Weise zugänglich gemacht werden.

Kinder und Jugendliche sollen gut und gerne essen

Die Forderung des Bürgerrates nach einem gesunden Mittagessen für alle Kinder in Deutschland ist auch das erklärte Ziel des NQZ. Wir arbeiten gemeinsam mit unseren Partnern daran, eine gesundheitsfördernde und nachhaltigere Verpflegung in Kita und Schule deutschlandweit zu etablieren. In Kindheit und Jugend ist eine ausgewogene und bedarfsgerechte Ernährung besonders wichtig. Sie ist die Basis für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung. Zudem prägt sich in dieser Zeit das Ernährungsverhalten aus, das häufig bis ins Erwachsenenalter beibehalten wird. Mit der Gemeinschaftsverpflegung in Kitas und Schulen erreichen wir Kinder und Jugendliche aus allen gesellschaftlichen Schichten. Dies trägt zu einer gleichberechtigten Teilhabe und gleichen Bildungschancen bei. Investitionen in eine gesundheitsfördernde und nachhaltigere Verpflegung zahlen sich daher langfristig aus.

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