Mit einer Untersuchung zum Pausenverkauf am Schulbuffet an österreichischen Schulen setzt eine wissenschaftliche Initiative ihr Engagement für ein gesundheitsförderliches Speise- und Getränkeangebot an Schulen fort. Eine externe Qualitätskontrolle findet zu selten statt.
Der gemeinnützige wissenschaftliche Verein SIPCAN (Special Institute for Preventive Cardiology and Nutrition) setzt sich mit verschiedenen Maßnahmen für die Verbesserung des Verpflegungsangebots an österreichischen Schulen ein. Wie sich die Verpflegungssituation rund um das Mittagessen darstellt, war bereits Gegenstand einer vorangegangenen Studie. In weiteren repräsentativen Erhebungen stand der Pausenverkauf am Schulbuffet sowie die Getränkeversorgung per Automaten im Fokus. Daten zur IST-Situation an Schulen fehlten bisher.
Im Rahmen einer nach Bundesländern und Schultypen geschichteten Stichprobe wurden von insgesamt 1.957 Schulen (Sekundarstufe I und II) 323 Schulen zufällig ausgewählt. Von den 323 Schulen waren 47 Allgemeinbildende Höhere Schulen (AHS), 93 Berufsbildende Mittlere und Höhere Schulen (BMHS) und 183 Mittelschulen (MS). Per Telefoninterview wurden die Schulleitungen zur Pausenverpflegung befragt.
Die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:
- An 71 % der Schulen erfolgt ein schulinterner Pausenverkauf. Damit fehlt fast einem Drittel aller Schulen (etwa 135.000 Schüler*innen) ein solches Angebot.
- Im Vergleich zu Vorjahren nahm die Verfügbarkeit des Pausenverkaufs bundesweit ab. So war 2021 noch bei 83 % der Schulen ein Pausenverkauf vorhanden.
- In etwa einem Drittel (34 %) der Schulen organisieren Schulbuffetbetriebe den Pausenverkauf, gefolgt von Bäckereien (22 %), Schulwart*innen (14 %), Lehrkräften (12 %) und Schüler*innen (11 %). Elternvereine und Gemeinde nehmen nur eine untergeordnete Rolle ein.
- Je nach Infrastruktur findet der Pausenverkauf an einer festen Verkaufsstelle statt (70 %) oder wird mobil umgesetzt (30 %).
- Die Mehrheit der Schulen bewertet die Nutzung als sehr gut (51 %) oder gut (36 %).
- In 20 % der Schulen ist das Warenangebot von einer externen Stelle als gesundheitsförderlich ausgezeichnet.
- 59 % der Schulen verfügen über einen Kaltgetränkeautomaten. Die durchschnittliche Anzahl an Kaltgetränkeautomaten an österreichischen Schulen liegt bei 1,59.
- Die Automaten werden überwiegend durch externe Lieferanten bestückt (63 %), gefolgt von Schulbuffetbetrieben (16 %) und Schulwart*innen (14 %).
- Die Mehrheit der Schulen beurteilte die Nutzung der Kaltgetränkeautomaten als sehr gut (40 %) oder gut (39 %).
- Eine externe Kontrolle der Automaten auf ein gesundheitsförderliches Angebot erfolgt nur in 8 % der Schulen.
Qualitätskontrolle zu selten
An vier von fünf Schulen findet keine externe Qualitätskontrolle statt, das Kaltgetränkeangebot in Automaten wird überwiegend nicht kontrolliert. Die Fachleute bemängeln, dass damit nicht sichergestellt ist, dass Verpflegungs- und Getränkeangebote an Schulen gesundheitsförderlich sind. Mit einem Schulbuffet-Check unterstützt die Initiative daher alle Schulen in Österreich, die ihr Angebot optimieren wollen.
Lesenswertes zur News
Quellen
- SIPCAN – Initiative für ein gesundes Leben. Im Fokus: Schulverpflegung in Österreich. Kaltgetränkeautomaten an Schulen ab der 5. Schulstufe. 2024
- SIPCAN – Initiative für ein gesundes Leben. Im Fokus: Schulverpflegung in Österreich. Der Pausenverkauf am Schulbuffet ab der 5. Schulstufe. 2024